Behandlungsanlage für Sickerwasser der Deponien Altenberge und Ibbenbüren
Um zu verhindern, dass Sickerwasser unkontrolliert in das Grundwasser gelangt, sind beide Deponie mit einer Basisabdichtung versehen. Das Sickerwasser wird mittels eines auf dieser Deponiebasisabdichtung verlegten Drainagesystems erfasst und aus dem Deponiekörper kontrolliert abgeleitet.
Durch Pumpwerke wird das Sickerwasser in die der Sickerwasserbehandlungsanlage vorgeschalteten Speicherbecken (insgesamt 4.300 m³) gepumpt. Damit ist es möglich, Schwankungen in der Sickerwassermenge auszugleichen und die Behandlungsanlage mit einer relativ konstanten Leistung zu betreiben.

mehrstufige Sickerwasserreinigung
Aufgrund der komplexen Zusammensetzung von Sickerwasser sind mehrstufige Anlagen heute Stand der Technik. Die Sickerwasserbehandlungsanlage der EGST funktioniert wie folgt beschrieben:

1. biologische Reinigung

Zum Abbau der organischen Verbindungen wird das Sickerwasser in unserer Anlage zunächst biologisch in einer Behälterbiologie, deren wesentlicher Vorteil im geringen Platzverbrauch liegt, gereinigt. Dazu wird das Wasser zuerst mit Sauerstoff belüftet.
In der sog. Nitrifikation wird das im Sickerwasser enthaltene Ammonium zu Nitrat umgesetzt. Anschließend erfolgt die Behandlung in sauerstofffreien Reaktoren, mit dem Ziel, das Nitrat zu elementarem Stickstoff umzusetzen.
Um eine möglichst gute Durchmischung des Sickerwassers mit der Biomasse zu erreichen, sind Propellerpumpen in die Reaktoren eingebaut. Sie erzeugen einen nach unten gerichteten Flüssigkeitsstrom, der erst am Außenrand der Reaktoren wieder nach oben steigt. In der Nitrifikation hat diese Verfahrensweise den Vorteil, dass der in die Biologie eingeblasene Sauerstoff eine möglichst lange Reaktionszeit an der Biomasse hat, bevor ungelöster Sauerstoff an der Behälteroberseite abgegeben wird.

2. Ultrafiltration und Nachreinigung

Zur Trennung des Schlamm-/Wassergemisches ist der Biologie eine Ultrafiltration nachgeschaltet. Dieses Aggregat hat die Aufgabe, Wasser und Schlamm voneinander zu trennen.
Das Gemisch aus Schlamm und Wasser wird mit einer hohen Fließgeschwindigkeit und einem Druck von rd. 5 bar über Membranen geführt, so dass der Teil des Gemisches, der die Membran durchdringt, also das Wasser oder auch Permeat genannt, weiterbehandelt wird.
Das Konzentrat, der Schlamm also, wird bis zu einem gewissen Eindickungsgrad wieder in die Biologie zurückgeführt.


3. Adsorption an Aktivkohle

Nach der biologischen Behandlung erfolgt die Adsorption von biologisch nicht oder nur schwer abbaubaren Stoffen. Dazu stehen in Altenberge vier in Reihe geschaltete Aktivkohlefilter zur Verfügung.
Über diese Filter wird das biologisch vorgereinigte Sickerwasser verrieselt, so dass sich Schadstoffe an der großen Oberfläche der Aktivkohle anhängen (Adsorption).
Das so gereinigte Sickerwasser wird in einem Ablaufspeicher (1.000 m³ Inhalt) gesammelt und nach Analyse zwecks Nachreinigung zur kommunalen Kläranlage Borghorst-Süd gepumpt. Die mit Schadstoffen beladene Aktivkohle wird vom Lieferanten zurückgenommen und in Rostöfen thermisch wieder aufbereitet (reaktiviert), so dass die Kohle erneut in Adsorptionsanlagen eingesetzt werden kann.

Klicken Sie hier für die Informationsbroschüre zur Sickerwasserbehandlungsanlage auf dem Gelände der Zentraldeponie Altenberge

Kindertheaterstück "Ach so!"
Im Jahr 2012 fördert die EGST ein Kindertheaterstück, das in allen Kindergärten in Kreis Steinfurt aufgeführt werden kann. Interessierte Kindergärten können sich mit uns in Verbindung setzen.
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