Sanierung zweier Sicker­wasser­schächte auf der Zentral­deponie Ibben­büren

Im Herbst 2008 wurden zwei Schächte zur Deponiesicker­wasserfassung auf der ZDI saniert, die in den Jahren 1999 bis 2002 errichtet wurden. Die Maßnahme war notwendig, weil die vorhandenen Schächte aufgrund eines Herstellungsfehlers sickerwasser­durchlässig wurden.
Die betroffenen 21 bzw. 26 m tiefen Schächte bestanden aus 3 m hohen Betonschacht­segmenten, die mit Kunststoff­platten zum Schutz des Betons ummantelt waren. Die fehlerhafte Montage der Kunststoffummantelung führte dazu, dass Sickerwasser mit Beton in Berührung kommen konnte und somit die dauerhafte Standsicherheit gefährdet war. Kunststoff­hülsen mussten als Innen­schacht hineingestellt und anschließend über ein Verbindungsstück an die Sickerwasserfassung angeschlossen werden.
vor-sanierung demontage-deckel-s.jpg, 12kB Demontagearbeiten unter Vollschutz
Der Schacht vor der Sanierung Demontage des Schachtdeckels Demontagearbeiten unter Vollschutz

schweißarbeiten-Inliner-außen-s.jpg, 12kB schweißarbeiten-Inliner-innen-s.jpg, 12kB
Die Fotos zeigen das Verschweißen der Kunstststoffhülsen von außen (links) und von innen (mitte); Die Kunststoffhülsen stellen den Innenschacht ("Inliner") dar, der die Funktion des alten Schachtes übernehmen wird. Der Inliner besteht aus PE 100 mit einer Wandstärke von 50 mm, Innendurchmesser 1.500 mm. Das unterste Teilstück hat Drainagelöcher (Bild rechts), durch die das Sickerwasser aus dem Ringspalt zwischen altem Betonschacht und neuem Schacht abfliessen kann.

montage-Inliner-s.jpg, 9,6kB inlinermontage-s.jpg, 9,4kB ringspalt-altschacht-inliner-s.jpg, 10kB
Der Inliner wurde mit einem weißen Schutzvlies ummantelt und mittels Kran angehoben. Der Kran setzt den Inliner in den alten Schacht hinein. Der entstehende Ringspalt zwischen altem Schacht und Inliner wird mit Kies verfüllt.

verkiester-Ringspalt-s.jpg, 17kB kamerabogen-im-inliner-s.jpg, 10kB blick-in-inliner-s.jpg, 10kB
Verkiesen des Ringspaltes zwischen Schachtinnen­wand und Inlineraußenwand mit Kies der Körnung 4/16 mm. Das mittlere Bild bietet einen Blick auf die im Schacht befindliche Leitung zur Reinigung (Spülung) und Überwachung (mittels Kamera­befahrung) der Sickerwasser­drainage­leitungen zwischen den einzelnen Schächten. Im rechten Bild ist neben der Spül- und Kontroll­leitung auch die Belüftungs­leitung erkennbar. Sie sorgt für einen Luft­austausch im Schacht.

Die Kosten für die gesamte Sanierung der beiden Schächte hat deren Hersteller getragen. Die Stand­sicherheit soll nun für die gesamte Stillegungs- und Nachsorgephase der Deponie gegeben sein. Dies ist ein Zeitraum von mindestens 50 Jahren.
Die einzelnen Sanierungsschritte in der Zusammenfassung:
– Abheben der Schachtabdeckung
– Demontage der Spülleitung
– Demontage der Be- und Entlüftungsleitung
– Rückbau der PEHD Beschichtung auf der Schachtsohle
– Rückbau der inneren PEHD- Beschichtung radial auf den untersten 30 cm der Schachtwandung
– Aufbringen einer 4 mm dicken Epoxidharz- Beschichtung auf die vorab genannten Bereiche
– Montage eines Inliners aus PE 100, Wandstärke 50 mm, Innendurchmesser 1.500 mm mit Drainagelöchern im unteren Bereich
– Anschluss der ankommenden und der abgehenden Rohrleitungen im Schachtsohlenbereich mittels Extruderschweißung
– Verkiesen des Ringspaltes zwischen Schachtinnenwand und Inlineraußenwand mit Kies 4/16 mm
– Montage der Spülleitung
– Montage der Be- und Entlüftungsleitung
– Montage der Schachtabdeckung

Kindertheaterstück "Ach so!"
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